Neutraler Mittelton dank Papier-RP-Membran – nutzbar von 65 Hz bis 3 kHz

Der Frequenzgang des Orchestra 4-612 zeigt das Verhalten eines 4"-Tiefmittelton-Treibers, der für maximale Systemflexibilität und einen neutralen, harmonisch warmen Klangcharakter ausgelegt ist: einen gleichmäßigen, kontrollierten Amplitudenverlauf von ca. 65 Hz bis 3 kHz – mit 88 dB Wirkungsgrad und einer stabilen Pegelstruktur über den gesamten Übertragungsbereich. Die verrippte Papier-Membran (RP) kontrolliert Partialschwingungen im oberen Übertragungsbereich und stabilisiert das Ausschwingverhalten – das Ergebnis ist ein gleichmäßiger Frequenzgang ohne die typischen Überhöhungen, die viele 4"-Treiber mit steiferen Membranmaterialien im oberen Mitteltonbereich zeigen. Im Vergleich zu den größeren Orchestra-Treibern (8-612, 12-612) liegt der Arbeitsbereich des 4-612 deutlich höher – er ist kein Tieftöner, sondern ein Tiefmittelton-Treiber mit breitem nutzbarem Übertragungsbereich.

Für den DIY-Lautsprecher-Entwickler besonders relevant: Der nutzbare Übertragungsbereich von 65 Hz bis 3 kHz macht den Orchestra 4-612 zum vielseitigsten Treiber im Orchestra-Sortiment.

Im 2-Wege-System übernimmt er den gesamten Tief- und Mitteltonbereich bis ca. 2,5–3 kHz und wird direkt mit einem Hochtöner kombiniert – das kompakte Vas von 4,2 dm³ ermöglicht dabei Gehäuse ab ca. 3–6 Litern.

Im 3-Wege-System arbeitet er als dedizierter Mitteltöner zwischen einem Tieftöner (Trennung ab ca. 200–400 Hz) und einem Hochtöner (Trennung bei 2,5–3 kHz). Für Nahfeld-Monitor-Projekte ist der Orchestra 4-612 ebenfalls eine ausgezeichnete Wahl.

Der gleichmäßige Frequenzgang ohne Einbrüche oder Überhöhungen im Übertragungsbereich belegt die Qualität der Papier-RP-Membran und des Antriebssystems (BL = 6,1 Tm, 1,15 T). Ein 4"-Treiber, der so klingt, wie er misst – neutral, warm, flexibel einsetzbar. Made in Germany, aus der ETON-Manufaktur.

Qts 0,32 / fs 68 Hz / Vas 4,2 dm³ – flexibel für Bassreflex und geschlossene Gehäuse

Die Impedanzkurve des Orchestra 4-612 zeigt das Verhalten eines 4"-Tiefmittelton-Treibers mit außergewöhnlich kleinem Äquivalentvolumen: Das Impedanzmaximum liegt bei ca. 68 Hz (TSP) – deutlich höher als die größeren Orchestra-Treiber (8-612: 26 Hz, 12-612: 30 Hz). Der Qts-Wert von 0,32 liegt im Grenzbereich zwischen Bassreflex- und geschlossener Abstimmung und bietet damit maximale Flexibilität bei der Gehäuseauslegung. Das Äquivalentvolumen von nur 4,2 dm³ ist das kompakteste im gesamten Orchestra-Sortiment und ermöglicht außergewöhnlich kleine Gehäuse: In einem geschlossenen Gehäuse ab ca. 2–4 Litern ergibt sich eine kontrollierte, impulstreue Wiedergabe; in einem Bassreflexgehäuse ab ca. 3–6 Litern entfaltet der Treiber seinen vollen Tiefgang.

Oberhalb der Resonanz verhält sich der Treiber elektrisch stabil: Die Impedanz steigt durch die Schwingspuleninduktivität (Le = 0,36 mH) zu hohen Frequenzen hin nur moderat an – ein niedriger Wert, der die Weichenauslegung vereinfacht und eine stabile, berechenbare Last an allen gängigen Verstärkern gewährleistet. Das 8-Ohm-Design ermöglicht eine problemlose Ansteuerung. Der nutzbare Übertragungsbereich bis ca. 3 kHz macht den Orchestra 4-612 zum vielseitigsten Treiber im Orchestra-Sortiment – als Tiefmittelton-Treiber in 2-Wege-Systemen oder als Mitteltöner in 3-Wege-Systemen.

Das sauber definierte Impedanzmaximum ohne Nebenresonanzen belegt die mechanische Präzision des Überhang-Antriebssystems und die Qualität der Aufhängung. Ein 4"-Treiber, der sich in der Gehäuseberechnung genauso verhält wie in der Simulation – reproduzierbar, zuverlässig, Made in Germany.

Produkt Spezifikation

Abmessungen und Einbau
Gesamtdurchmesser

122 mm

Einbaudurchmesser

96 mm

Gesamttiefe

66 mm

Korbrandstärke

6 mm

Gewicht

1,20 kg

Durchmesser Schraubloch (Schraube / Kopf)

4,5 mm / 8 mm

Terminal (Minus / Plus)

2,8 mm / 4,8 mm

Schwingspule
Durchmesser

25 mm

Höhe

10 mm

Drahtmaterial

Cu

Trägermaterial

Kapton

Wicklungslagen

2

Magnetischer Antrieb
Magnetische Flussdichte

1.15 T

Höhe Luftspalt

6 mm

Material

Ferrite

Abmessungen

90 mm x 36 mm

Antriebssystem

Überhang

Ferrofluid

nein

Technische Daten
Nennimpendanz

Zn = 8 Ohm

Gleichstromwiderstand

Re = 5.8 Ohm

Resonanzfrequenz 1 W

fr = 66 Hz

Resonanzfrequenz TSP

fr = 68 Hz

Nachgiebigkeit der Aufhängung

Cms = 1.00 mm/N

Mechanische Güte

Qms = 6.78

Elektrische Güte

Qes = 0.34

Gesamtgüte

Qts = 0.32

Mechanischer Widerstand

Rms = 0.37 kg/s

Gesamte bewegte Masse (einschl. bewegter Luftmasse)

Mmd = 5.4 g

Effektive Abstrahlfläche

Sd = 55 cm²

Induktivität Schwingspule

Le = 0.36 mH

Kraftfaktor

BLxl = 6.1 Tm

Xmax elektrisch

+/- 2.0 mm

Xmax mechanisch

+/- 6.8 mm

Äquivalentvolumen

Vas = 4.2 dm³

Mittlerer Schalldruckpegel 1 W / 1 m

88 dB SPL

Belastbarkeit

40 W*


*IEC 60268-5

FAQs

Was ist eine verrippte Papier-Membran (RP) und welche klanglichen Vorteile bietet sie?

Die Bezeichnung „RP" steht für „Ribbed Paper" – eine Papier-Membran mit eingeprägter Rippenstruktur. Die Rippen sind keine rein optische Gestaltung, sondern ein konstruktives Mittel zur Steifigkeitserhöhung: Sie erzeugen mikroskopische Wölbungen in der Membranfläche, die Partialschwingungen kontrollieren und das Ausschwingverhalten stabilisieren. Das Ergebnis ist ein gleichmäßigerer Frequenzgang im oberen Übertragungsbereich – ohne die typischen Resonanzspitzen, die viele Treiber mit steiferen Membranmaterialien wie Aluminium oder Kevlar zeigen.

Klanglich überzeugt die Papier-RP-Membran durch ein warmes, organisches Klangbild mit natürlicher Raumabbildung – ein Charakter, der besonders bei Musik mit akustischen Instrumenten, Stimmen und klassischen Aufnahmen geschätzt wird. Im Vergleich zu Aluminium-Membranen klingt Papier weniger analytisch und weniger ermüdend bei langen Hörsitzungen. Im Vergleich zu ungeribbten Papier-Membranen bietet die RP-Struktur zusätzliche mechanische Kontrolle bei hohen Auslenkungen. Die ETON Orchestra-Serie setzt diese Technologie konsequent ein – für Treiber, die so klingen, wie sie messen: kontrolliert, natürlich, reproduzierbar.

Für welche Gehäusetypen eignet sich der ETON Orchestra 4-612?

Der ETON Orchestra 4-612 ist mit einem Qts von 0,32 und einem Äquivalentvolumen von nur 4,2 dm³ der flexibelste Treiber im Orchestra-Sortiment – sowohl Bassreflex- als auch geschlossene Gehäuse sind möglich.

In einem geschlossenen Gehäuse ab ca. 2–4 Litern ergibt sich eine kontrollierte, impulstreue Wiedergabe mit sanftem Pegelabfall unterhalb der Abstimmfrequenz – ideal für kompakte Satelliten-Systeme.

In einem Bassreflexgehäuse ab ca. 3–6 Litern mit Abstimmung um 55–65 Hz entfaltet der Treiber seinen vollen Tiefgang mit höherem Wirkungsgrad. Das Äquivalentvolumen von 4,2 dm³ ist das kompakteste im gesamten Orchestra-Sortiment und ermöglicht außergewöhnlich kleine Gehäuse für einen 4"-Treiber. Detaillierte Auslegungsparameter entnehmen Sie dem technischen Datenblatt auf dieser Produktseite.

Was bedeutet Xmax ±2,0 mm elektrisch / ±6,8 mm mechanisch für die Praxis beim ETON Orchestra 4-612?

Der Xmax-Wert beschreibt den maximalen linearen Hub der Schwingspule. Beim Orchestra 4-612 beträgt der elektrische Xmax ±2,0 mm – ein für einen 4"-Tiefmittelton-Treiber typischer Wert, der auf die kompakte Schwingspule (25 mm, 10 mm Höhe) und das kleine Äquivalentvolumen von 4,2 dm³ zurückzuführen ist. Innerhalb dieses Bereichs bleibt der Kraftfaktor BL = 6,1 Tm konstant, die Wiedergabe bleibt linear und klirrarm.

Der mechanische Xmax von ±6,8 mm bietet einen Sicherheitspuffer von fast 5 mm über den linearen Bereich hinaus. Wichtig für die Praxis: Der Orchestra 4-612 ist kein Tieftöner – er ist für den Mitteltonbereich ab ca. 65 Hz ausgelegt. Bei korrekter Trennfrequenz und angepasstem Gehäusevolumen arbeitet er innerhalb seines linearen Bereichs verzerrungsarm und kontrolliert. Die 40 W Belastbarkeit (IEC 60268-5) sind für einen 4"-Tiefmittelton-Treiber ein solider Wert.

In welchen Systemkonzepten lässt sich der ETON Orchestra 4-612 einsetzen?

Der ETON Orchestra 4-612 ist der vielseitigste Treiber im Orchestra-Sortiment und für drei Systemkonzepte geeignet.

Im 2-Wege-System übernimmt er den gesamten Tief- und Mitteltonbereich bis ca. 2,5–3 kHz und wird direkt mit einem Hochtöner kombiniert – das kompakte Gehäusevolumen ab ca. 3–6 Litern macht ihn ideal für kompakte Regallautsprecher und Nahfeld-Monitore.

Im 3-Wege-System arbeitet er als dedizierter Mitteltöner: Er übernimmt den Bereich ab ca. 200–400 Hz von einem Tieftöner und gibt bei 2,5–3 kHz an den Hochtöner ab – die empfohlene Konfiguration für anspruchsvolle High-End-Projekte, bei denen jeder Treiber ausschließlich im optimalen Arbeitsbereich betrieben wird.

Für Nahfeld-Monitor-Projekte ist der Orchestra 4-612 ebenfalls eine ausgezeichnete Wahl: Das kompakte Format, der neutrale Mitteltonfrequenzgang und das kontrollierte Abstrahlverhalten erfüllen die Anforderungen an eine präzise, nahfeldtaugliche Wiedergabe.

Warum ist ETON der richtige Partner für anspruchsvolle DIY-Lautsprecher-Projekte?

ETON Soundsysteme entwickelt und fertigt Lautsprecherchassis seit Jahrzehnten in Deutschland – nicht als Massenware, sondern als Manufakturprodukte mit höchsten Qualitätsanforderungen.

Was das für Ihr DIY-Projekt bedeutet: Jeder ETON-Treiber wird mit vollständigen technischen Daten dokumentiert – TSP-Werte, Impedanzkurven, Frequenzgänge – die in der Simulation genauso funktionieren wie in der Realität.

Reproduzierbarkeit ist kein Versprechen, sondern das Ergebnis kontrollierter Fertigungsprozesse. Die Arcosia-Serie ist zusätzlich nach Automotive-Standards validiert (ISO 16750-3, DIN EN 60068) – ein Qualitätsniveau, das weit über die Anforderungen des HiFi-Markts hinausgeht.

ETON-Treiber werden in professionellen Beschallungsanlagen, audiophilen High-End-Systemen und anspruchsvollen DIY-Projekten weltweit eingesetzt. Wenn Sie ein Chassis kaufen, kaufen Sie nicht nur einen Treiber – Sie kaufen die Sicherheit, dass er sich genauso verhält, wie die Daten es versprechen. Made in Germany, aus der ETON-Manufaktur.