88 dB / Qts 0,36 – nutzbar von 50 Hz bis 2,5 kHz, flexibel für 2- und 3-Wege

Der Frequenzgang des Orchestra 5-612 zeigt das Verhalten eines 5"-Tiefmittelton-Treibers, der die Lücke zwischen dem 4"-Format (68–80 Hz) und dem 8"-Tieftöner (26 Hz) schließt: einen gleichmäßigen, kontrollierten Amplitudenverlauf von ca. 50 Hz bis 2,5 kHz – mit 88 dB Wirkungsgrad und einer stabilen Pegelstruktur über den gesamten Übertragungsbereich. Die verrippte Papier-Membran (RP) mit einer effektiven Abstrahlfläche von 80 cm² kontrolliert Partialschwingungen im oberen Übertragungsbereich und stabilisiert das Ausschwingverhalten. Der Qts von 0,36 – der höchste im Orchestra-Sortiment – spiegelt sich im Frequenzgang wider: Der Pegelabfall unterhalb der Resonanzfrequenz ist sanfter als bei den anderen Orchestra-Treibern mit Qts 0,30–0,32, was den 5-612 auch für geschlossene Gehäuse geeignet macht.

Für den DIY-Lautsprecher-Entwickler besonders relevant: Der nutzbare Übertragungsbereich bis ca. 2,5 kHz macht den Orchestra 5-612 zum idealen Treiber für 2-Wege-Systeme mit Trennfrequenz um 2–2,5 kHz – direkt an einen Hochtöner gekoppelt, mit Gehäusevolumina ab ca. 8–15 Litern.

Im 3-Wege-System arbeitet er als Tiefmittelton-Treiber zwischen einem Tieftöner (Trennung ab ca. 150–300 Hz) und einem Hochtöner (Trennung bei 2–2,5 kHz). Im Vergleich zum 4-612 (nutzbar bis 3 kHz) liegt die obere Grenzfrequenz etwas niedriger – bedingt durch die größere Membranfläche (80 vs. 55 cm²) und die damit einhergehende frühere Bündelung.

Der gleichmäßige Frequenzgang ohne Einbrüche oder Überhöhungen im Übertragungsbereich belegt die Qualität der Papier-RP-Membran und des Antriebssystems (BL = 5,9 Tm, 1,15 T). Ein 5"-Treiber, der mehr Tiefgang als ein 4"-Format bietet und trotzdem in kompakten Gehäusen funktioniert – warm, kontrolliert, flexibel. Made in Germany, aus der ETON-Manufaktur.

Qts 0,36 / fs 55 Hz / Vas 9,8 dm³ – flexibel für Bassreflex und geschlossene Gehäuse

Die Impedanzkurve des Orchestra 5-612 zeigt das Verhalten eines 5"-Tiefmittelton-Treibers mit dem höchsten Qts-Wert im Orchestra-Sortiment: Das Impedanzmaximum liegt bei ca. 55 Hz (TSP) – tiefer als die 4"-Treiber (68–80 Hz), aber deutlich höher als der 8-612 (26 Hz). Der Qts-Wert von 0,36 ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal des Orchestra 5-612: Er liegt im Grenzbereich zwischen Bassreflex- und geschlossener Abstimmung und bietet damit die größte Gehäuseflexibilität im Orchestra-Sortiment. Im Gegensatz zu den anderen Orchestra-Treibern mit Qts 0,30–0,32 – die primär für Bassreflex ausgelegt sind – funktioniert der 5-612 auch in geschlossenen Gehäusen ohne starke Einschränkungen beim Tiefgang. Das Äquivalentvolumen von 9,8 dm³ positioniert ihn klar zwischen dem 4-612 (4,2 dm³) und dem 8-612 (100 dm³).

Oberhalb der Resonanz verhält sich der Treiber elektrisch stabil: Die Impedanz steigt durch die Schwingspuleninduktivität (Le = 0,44 mH) zu hohen Frequenzen hin moderat an – etwas höher als bei den 4"-Treibern (Le = 0,35–0,36 mH), aber für einen 5"-Treiber mit 25-mm-Cu-Schwingspule auf Kapton-Träger ein erwarteter Wert, der die Weichenauslegung nicht erschwert. Das 8-Ohm-Design ermöglicht eine problemlose Ansteuerung mit gängigen HiFi-Verstärkern.

Das sauber definierte Impedanzmaximum ohne Nebenresonanzen belegt die mechanische Präzision des Überhang-Antriebssystems und die Qualität der Aufhängung. Ein 5"-Treiber, der sich in der Gehäuseberechnung genauso verhält wie in der Simulation – reproduzierbar, zuverlässig, Made in Germany.

Produkt Spezifikation

Abmessungen und Einbau
Gesamtdurchmesser

148 mm

Einbaudurchmesser

120 mm

Gesamttiefe

68 mm

Korbrandstärke

6 mm

Gewicht

1,25 kg

Durchmesser Schraubloch (Schraube / Kopf)

4,5 mm / 8 mm

Terminal (Minus / Plus)

2,8 mm / 4,8 mm

Schwingspule
Durchmesser

25 mm

Höhe

10 mm

Drahtmaterial

Cu

Trägermaterial

Kapton

Wicklungslagen

2

Magnetischer Antrieb
Magnetische Flussdichte

1.15 T

Höhe Luftspalt

6 mm

Material

Ferrite

Abmessungen

90 mm x 36 mm

Antriebssystem

Überhang

Ferrofluid

nein

Technische Daten
Nennimpendanz

Zn = 8 Ohm

Gleichstromwiderstand

Re = 5.4 Ohm

Resonanzfrequenz 1 W

fr = 53 Hz

Resonanzfrequenz TSP

fr = 55 Hz

Nachgiebigkeit der Aufhängung

Cms = 1.09 mm/N

Mechanische Güte

Qms = 7.89

Elektrische Güte

Qes = 0.38

Gesamtgüte

Qts = 0.36

Mechanischer Widerstand

Rms = 0.37 kg/s

Gesamte bewegte Masse (einschl. bewegter Luftmasse)

Mmd = 7.8 g

Effektive Abstrahlfläche

Sd = 80 cm²

Induktivität Schwingspule

Le = 0.44 mH

Kraftfaktor

BLxl = 5.9 Tm

Xmax elektrisch

+/- 2.0 mm

Xmax mechanisch

+/- 7.5 mm

Äquivalentvolumen

Vas = 9.8 dm³

Mittlerer Schalldruckpegel 1 W / 1 m

88 dB SPL

Belastbarkeit

50 W*


*IEC 60268-5

FAQs

Was ist eine verrippte Papier-Membran (RP) und welche klanglichen Vorteile bietet sie?

Die Bezeichnung „RP" steht für „Ribbed Paper" – eine Papier-Membran mit eingeprägter Rippenstruktur. Die Rippen sind keine rein optische Gestaltung, sondern ein konstruktives Mittel zur Steifigkeitserhöhung: Sie erzeugen mikroskopische Wölbungen in der Membranfläche, die Partialschwingungen kontrollieren und das Ausschwingverhalten stabilisieren. Das Ergebnis ist ein gleichmäßigerer Frequenzgang im oberen Übertragungsbereich – ohne die typischen Resonanzspitzen, die viele Treiber mit steiferen Membranmaterialien wie Aluminium oder Kevlar zeigen.

Klanglich überzeugt die Papier-RP-Membran durch ein warmes, organisches Klangbild mit natürlicher Raumabbildung – ein Charakter, der besonders bei Musik mit akustischen Instrumenten, Stimmen und klassischen Aufnahmen geschätzt wird. Im Vergleich zu Aluminium-Membranen klingt Papier weniger analytisch und weniger ermüdend bei langen Hörsitzungen. Im Vergleich zu ungeribbten Papier-Membranen bietet die RP-Struktur zusätzliche mechanische Kontrolle bei hohen Auslenkungen. Die ETON Orchestra-Serie setzt diese Technologie konsequent ein – für Treiber, die so klingen, wie sie messen: kontrolliert, natürlich, reproduzierbar.

Für welche Gehäusetypen eignet sich der ETON Orchestra 5-612?

Der ETON Orchestra 5-612 ist mit einem Qts von 0,36 der flexibelste Treiber im Orchestra-Sortiment bei der Gehäuseauslegung – als einziger Orchestra-Treiber ist er sowohl für Bassreflex- als auch für geschlossene Gehäuse gut geeignet.

In einem geschlossenen Gehäuse ab ca. 6–12 Litern ergibt sich eine kontrollierte, impulstreue Wiedergabe mit sanftem Pegelabfall unterhalb der Abstimmfrequenz – der höhere Qts von 0,36 (vs. 0,30–0,32 bei den anderen Orchestra-Treibern) sorgt dafür, dass der Tiefgang in geschlossener Bauweise nicht stark eingeschränkt wird.

In einem Bassreflexgehäuse ab ca. 8–15 Litern mit Abstimmung um 45–55 Hz entfaltet der Treiber seinen vollen Tiefgang mit höherem Wirkungsgrad. Das Äquivalentvolumen von 9,8 dm³ positioniert ihn klar zwischen dem 4-612 (4,2 dm³) und dem 8-612 (100 dm³) – kompaktere Gehäuse als ein 8"-Treiber, mehr Tiefgang als ein 4"-Treiber. Detaillierte Auslegungsparameter entnehmen Sie dem technischen Datenblatt auf dieser Produktseite.

Was bedeutet Xmax ±2,0 mm elektrisch / ±7,5 mm mechanisch für die Praxis beim ETON Orchestra 5-612?

Der Xmax-Wert beschreibt den maximalen linearen Hub der Schwingspule. Beim Orchestra 5-612 beträgt der elektrische Xmax ±2,0 mm – innerhalb dieses Bereichs bleibt der Kraftfaktor BL = 5,9 Tm konstant, die Wiedergabe bleibt linear und klirrarm.

Der mechanische Xmax von ±7,5 mm gibt den absoluten Grenzwert an und bietet einen Sicherheitspuffer von 5,5 mm über den linearen Bereich hinaus – etwas mehr als beim 4-612 (±6,8 mm) und deutlich weniger als beim 8-612 (±14,2 mm).

Bei 50 W Belastbarkeit (IEC 60268-5) und einer Resonanzfrequenz von 55 Hz ist der Orchestra 5-612 für mittelgroße Systeme mit moderaten Pegelanforderungen ausgelegt. Für maximale Pegelfestigkeit bei tiefen Frequenzen empfiehlt sich der Orchestra 8-612 mit ±14,2 mm mechanischem Xmax und 80 W – der 5-612 ist der richtige Treiber, wenn kompakte Gehäuse und Flexibilität bei der Abstimmung Priorität haben.

In welchen Systemkonzepten lässt sich der ETON Orchestra 5-612 einsetzen?

Der ETON Orchestra 5-612 ist für zwei Systemkonzepte optimiert.

Im 2-Wege-System übernimmt er den gesamten Tief- und Mitteltonbereich bis ca. 2–2,5 kHz und wird direkt mit einem Hochtöner kombiniert – die einsetzende 5"-Bündelung oberhalb von ca. 2,5 kHz sollte bei der Trennfrequenzwahl berücksichtigt werden.

Im 3-Wege-System arbeitet er als Tiefmittelton-Treiber: Er übernimmt den Bereich ab ca. 150–300 Hz von einem Tieftöner und gibt bei 2–2,5 kHz an den Hochtöner ab. Im Vergleich zum 4-612 (nutzbar bis 3 kHz) liegt die obere Grenzfrequenz etwas niedriger – bedingt durch die größere Membranfläche (80 vs. 55 cm²).

Im Vergleich zum 8-612 (primär Tieftöner bis 1,5 kHz) deckt der 5-612 einen deutlich breiteren Mitteltonbereich ab und eignet sich damit für kompaktere 2-Wege-Konzepte ohne dedizierten Tieftöner.

Warum ist ETON der richtige Partner für anspruchsvolle DIY-Lautsprecher-Projekte?

ETON Soundsysteme entwickelt und fertigt Lautsprecherchassis seit Jahrzehnten in Deutschland – nicht als Massenware, sondern als Manufakturprodukte mit höchsten Qualitätsanforderungen.

Was das für Ihr DIY-Projekt bedeutet: Jeder ETON-Treiber wird mit vollständigen technischen Daten dokumentiert – TSP-Werte, Impedanzkurven, Frequenzgänge – die in der Simulation genauso funktionieren wie in der Realität.

Reproduzierbarkeit ist kein Versprechen, sondern das Ergebnis kontrollierter Fertigungsprozesse. Die Arcosia-Serie ist zusätzlich nach Automotive-Standards validiert (ISO 16750-3, DIN EN 60068) – ein Qualitätsniveau, das weit über die Anforderungen des HiFi-Markts hinausgeht.

ETON-Treiber werden in professionellen Beschallungsanlagen, audiophilen High-End-Systemen und anspruchsvollen DIY-Projekten weltweit eingesetzt. Wenn Sie ein Chassis kaufen, kaufen Sie nicht nur einen Treiber – Sie kaufen die Sicherheit, dass er sich genauso verhält, wie die Daten es versprechen. Made in Germany, aus der ETON-Manufaktur.